Kommunikationsspiele erkennen & unterbrechen

Die Spiele der Erwachsenen –

Seminar mit Klaus Grochowiak vom 19. – 21. Juli 2019

Das Konzept der Spiele wurde von Eric Berne, dem Begründer der Transaktionsanalyse, entwickelt.

Spiele in diesem Sinne sind die Kommunikationsform von Sekundär- oder Ersatzgefühle. Sekundärgefühle entwickeln Menschen, wenn sie ihr Primärgefühl nicht ausdrücken dürfen oder wollen.

Spiele der Erwachsenen, wie Berne diese Art von Spielen auch genannt hat, sind anders als die Spiele von Kindern kein unschuldiger Zeitvertreib. Sie sind stereotype Interaktionen mit einem voraussehbaren Ausgang. Es handelt sich bei Spielen immer um „verdeckte Transaktionen“ also um eine doppeldeutige Kommunikation.

Zielgruppe des Seminars

Wie man Spiele bei sich und anderen erkennt und unterbrechen kann, ist Gegenstand des Spiele-Seminars.

Die Teilnehmer beschäftigen sich darüber hinaus damit, für welche Spiele sie bisher besonders anfällig waren und wie sie dagegen zukünftig immun werden.

Dieses Seminar richtet sich an alle, die im Alltag authentischer kommunizieren möchten. Besonders wertvoll ist es für Führungskräfte, Trainer und Coaches.

Das Schema von Spielen

Kommunikationsspiele werden in drei Eskalationsstufen gespielt. Sie laufen jedoch immer nach einem einheitlichen Muster ab:

  1. Attraktives Angebot, dass als Falle dient (Spieleinladung oder Köder auslegen)
  2. Spielinteresse des Anderen (Schlucken des Köders)
  3. Harmlose Reaktion und Austausch von Aufmerksamkeiten
  4. Rollenwechsel des Einladenden
  5. Überraschung des Eingeladenen
  6. Auszahlung für Beide (negativer Art)

Gleich anmelden:

Kommunikationsspiele entdecken und unterbrechen - 19. - 21. Juli '19

Kommunikationsspiele entdecken und unterbrechen – 19. – 21. Juli ’19

Anmeldung

Ihr Seminarleiter: Klaus Grochowiak

Klaus Grochowiak

Lehrtrainer, Lehrcoach, Autor zahlreicher Fachbücher

Eskalationsstufe 1: Nervig, aber unschädlich

Betrachten wir dieses Schema an einem alltäglichen Beispiel:

A bittet B um Hilfe und schmeichelt ihm, indem er auf dessen hohe Kompetenz in dieser Angelegenheit hinweist. Gleichzeitig weist A darauf hin, wie unangenehm es ihm ist, überhaupt um Hilfe zu bitten. (Dies ist die Spieleinladung oder der Köder)

B gibt sich jovial und sagt seine Hilfe zu, ohne auf den Zusatz, dass es A unangenehm ist um Hilfe zu bitten einzugehen. (Schritt 2)

B begann mit seiner Hilfsaktion und übernahm dabei die Kontrolle des weiteren Verlaufs der Interaktion. (Rollenwechsel des Einladenden).

A fühlt sich überflüssig und bevormundet und wird zunehmend gereizter. Was B natürlich bemerkt und als Undankbarkeit interpretiert; und nun seinerseits gereizt und genervt reagiert.

(Überraschung des Eingeladenen)

Diese Interaktion endet, wie man sich leicht vorstellen kann in einem Streit. Die Auszahlung besteht darin, dass sich beide schlecht fühlen und die Beziehung einen Schaden genommen hat.

Während dieser Transaktion hat ein typischer Rollenwechsel stattgefunden. Zuerst war A das Opfer (er fühlte sich mit einer Aufgabe überfordert), und B war in der Rolle des Retters, der A helfen wollte.

Dann begann A B zu kritisieren, wodurch dieser in die Rolle des Opfers kam und A ging in die Rolle des Verfolgers.

Jetzt wurde B wütend und warf A Undankbarkeit vor. Ging damit seinerseits in die Rolle des Verfolgers und machte A zum Opfer. Nach einigen Runden dieses Drama-Karussells war die Interaktion beendet.

Man fragt sich sofort, wofür es gut sein soll, dass Menschen halb bewusst halb unbewusst solche Interaktionen anzetteln.

Die Antwort ist überraschend einfach. Sie realisieren damit ihr Skiript. Unter dem Skript versteht man in der Transaktionsanalyse den Lebensplan eines Menschen, den er schon in seiner frühen Kindheit und Jugend auf Grund der elterlichen Zuschreibungen und der kindlichen Interpretation seiner Lebenserfahrungen, entwickelt hat.

Zu diesem Skript gehören auch viele Glaubenssätze, wie z.B. „ich bin nicht O.K.“ oder „letztlich kann ich mich sowieso auf niemanden verlassen“. Und Glaubenssätze haben die innere Dynamik wie selbsterfüllende Prophezeiungen zu wirken.

In dem A das Spiel beginnt stellt er sicher, dass seine Überzeugungen wiedermal bestätigt werden. Und dann man schlecht auf jemanden direkt zugehen kann und ihm sagen kann: „Bitte bestätige mir, dass ich nicht O.K. bin und ich mich auf dich auch nicht verlassen kann,“ muss man sich diese Bestätigung über ein Spiel, eine verdeckte Transaktion holen.

Eskalationsstufe 2: Materielle, psychische oder physische Schäden entstehen

Das hier dargestellte Spiel ist noch vergleichsweise harmlos. Aber es gibt auch Spiele, bei der es nicht auf der kommunikativen Ebene bleibt. ein Beispiel: Ein Gast auf einer Einweihungsparty für die neue Wohnung verschüttet „ganz aus Versehen“ seinen Rotwein auf den neuen Teppich. Er entschuldigt sich und beteuert, wie leid ihm das Missgeschick tut. Der Gastgeber bleibt ganz gelassen und sagt: „Reiche den Schaden doch bei deiner Haftpflicht-Versicherung ein.“ Der Gast sagt darauf, dass er keine Haftpflicht-Versicherung habe. Der Gastgeber sagt: „Na, dann musst du den Schaden halt selbst bezahlen.“ Der Gast antwortet, dass er sich das im Moment nicht leisten könne, und dass er im umgekehrten Falle auch keinen Schadenersatz fordern würde. Er wird zum Verfolger, indem er den Gastgeber kleinlich nennt.

Es bedarf keiner großen Fantasie, um sich die Eskalation auszumahlen. Der Gast spielt ein Neid-Spiel und versucht das, worauf er neidisch ist, zu beschädigen und ungestraft davon zu kommen.

Hier geht es schon um mehr als nur Kommunikation, hier geht es um materiellen Besitz.

3. Eskalationsstufe

Die dritte Eskalationsstufe geht um Leben und Tod. Ein Mann verhält sich in einer Beziehung extrem gewalttätig, worauf die Frau ihn verlässt. Er droht ihr nun entweder sie oder sich selbst umzubringen.

Wir sehen also mit Spielen ist nicht zu scherzen.

Hier geht’s direkt zur Anmeldung:

Datum/Zeit Ort Veranstaltung
19.07.2019 - 21.07.2019
10:00 - 17:00
Wildwechsel Kommunikationsspiele entdecken und unterbrechen - 19. - 21. Juli '19