Familienstellen mit Klaus Grochowiak

Familienstellen mit Klaus Grochowiak

Menschen leben von Anfang an in Systemen; und das wichtigste System für unsere Entwicklung ist das Familiensystem. Für Kinder ist die Herkunftsfamilie für lange Zeit die „Welt“. Daher bilden wir unsere wichtigsten Überzeugungen in Abhängigkeit von dem, was uns von den älteren Familienmitgliedern gesagt wurde und auf der Basis unserer kindlichen Interpretationen unserer eigenen Erfahrungen. Für die klassischen therapeutischen Ansätze war auch schon klar, dass die ersten Jahre für die menschliche Entwicklung von zentraler Bedeutung sind, aber das eigentlich Neue an der systemischen Familientherapie ist die Einsicht, dass wir auf geheimnisvolle Weise selbst mit dem Schicksal von Sippenmitgliedern verstrickt sind, die wir persönlich gar nicht kennengelernt haben oder die zum Zeitpunkt unserer Geburt schon lange verstorben waren. Diese überaus wirkmächtigen Verstrickungen ans Licht zu bringen um sie dann aufzulösen ist keine Methode besser geeignet als das Familienstellen. Hier wählt der Klient aus den anderen anwesenden Teilnehmern Stellvertreter für sich, Vater und Mutter sowie der anderen Familienmitglieder aus und positioniert sie intuitiv im Raum. Danach befragt der Therapeut die Stellvertreter nach ihrer Befindlichkeit und ihrer Beziehung zu den anderen Familienmitgliedern. So entsteht ein erster Eindruck der Dynamiken in diesem Familiensystem. Je nach dem Anliegen des Klienten wird jetzt nach der Dynamik gesucht, die für die Symptomatik des Klienten verantwortlich sein könnte. Ist die entsprechende Dynamik gefunden werden Schritte getestet, die den Klienten aus dieser Dynamik befreien können. Die zum Teil sehr überraschenden Lösungen haben diese Methode in den letzten Jahrzehnten international populär werden lassen. Für alle, die mit dieser Methode noch keine eigenen Erfahrungen gemacht haben stellt sich natürlich die Frage: Wie können wildfremde Menschen, die über die jeweilige Familie so gut wie nichts wissen überhaupt relevante Informationen beitragen? Die Frage ist schnell beantwortet: Wir wissen es nicht! Das heißt die Entscheidung für diese Methode rechtfertigt sich über ihre Erfolge und darüber, dass die Informationen der Stellvertreter sehr oft empirisch verifiziert werden können. So hat sich z.B. schon häufiger in einer Aufstellung gezeigt, dass jemand offensichtlich nicht das Kind des vermeintlichen Vaters war. Und ein anschließender DNS Test hat das dann bestätigt. Wer Genaueres zu diesem mysteriösen Aufstellungsphänomen wissen möchte, dem sei der Fachartikel „Das Aufstellungsphänomen“ von Klaus Grochowiak empfohlen.  

Datum/Zeit Ort Veranstaltung
28.07.2018 - 29.07.2018
10:00 - 17:00
Wildwechsel Familienstellen mit Klaus Grochowiak - 28./29. Juli 2018